Ideen für mehr Polizeieinsätze Teil 3 (Nachalarmierungen)

  • Mehr Nachalarmierungseinsätze für Polizei

    Trigger-basiert: Nachalarmierung erst möglich, wenn RD/Feuerwehr ein bestimmtes Objekt scannt oder Meldung abgibt

    Zeitkritisch: Wird Polizei zu spät gerufen, flüchtet Täter oder Beweise verschwinden

    • Verdacht auf vorsätzliche Brandstiftung nach Brandeinsatz (Täter noch in der Nähe → Fahndung / Zugriff / Spurensicherung durch EGZ)
    • Notarzt-Einsatz mit Gewaltandrohung: Rettungsdienst wird zu einem „Krankenhaus-Transport“ gerufen. Patient oder Angehöriger wird aggressiv oder führt ein Messer mit Polizei wird zum Schutz des RD-Teams nachgefordert
    • Unklare Substanz (RD oder Feuerwehr entdecken seltsames Pulver / Laborgeräte à Verdacht auf illegales Drogenlabor, Giftanschlag oder Verstoß gegen das Chemikaliengesetz. Polizei + ggf. EGZ nachalarmierung
    • Körperverletzung / Streit eskaliert (RD wird zu einer „gestürzten Person“ gerufen, Vor Ort stellt sich heraus: Streit mit Schlägen / Waffe, Täter noch anwesend oder bereits geflüchtet → Polizei zur Sachverhaltsaufnahme & Fahndung nötig).
    • Raubüberfall mit verletztem Opfer (RD wird zu verletzter Person gerufen, Vor Ort: Opfer berichtet von Überfall mit Waffe, Polizei nachfordern zur Tatortaufnahme, Beweis- und Spurensicherung, ggf. Täterfahndung)
    • Suizidversuch in laufender Gefährdungslage (RD trifft auf Person mit Suizidversuch (z. B. Tabletten, Brückengeländer) Situation eskaliert → Polizei wird zur Eigensicherung und ggf. zur Fixierung benötigt. Bei Todesfolge: EGZ übernimmt Ermittlungen (Spurensicherung, Tatortfotos)
    • Notfalltüröffnung durch Feuerwehr (Feuerwehr öffnet Tür wegen Hilferuf oder „unbekannte Lage“ In Wohnung: Waffenlager, gestohlene Ware, Betäubungsmittel Polizei nachfordern zur Beweissicherung und ggf. Zugriff
    • Verkehrsunfall mit Fahrerflucht (Feuerwehr oder RD bei Verkehrsunfall, Zeugen berichten: Verursacher ist geflüchtet, Kennzeichen notiert) Polizei nachfordern zur Unfallaufnahme, Täterermittlung
    • Kindeswohlgefährdung (RD oder Notarzt bei verletztem Kind; Widersprüche in Aussagen der Eltern, Hinweise auf Misshandlung (z. B. alte Blutergüsse)
    • Einbruch / offenes Fenster: Feuerwehr oder RD bei Nachbarn wegen Rauchentwicklung oder Hilferuf. Tür aufgebrochen, Wohnung leer, Wertsachen fehlen Polizei nachfordern zur Einbruchaufnahme, ggf. Hundestaffel zur Spurensuche
    • Betäubungsmittelbesitz bei Routineeinsatz RD versorgt bewusstlose Person, findet Spritzen, Tabletten, Päckchen: Verdacht auf illegalen Besitz → Polizei nachfordern zur Sicherstellung
  • Suizidversuch in laufender Gefährdungslage (RD trifft auf Person mit Suizidversuch (z. B. Tabletten, Brückengeländer) Situation eskaliert → Polizei wird zur Eigensicherung und ggf. zur Fixierung benötigt. Bei Todesfolge: EGZ übernimmt Ermittlungen (Spurensicherung, Tatortfotos)

    Sowas, welches mit Suizid zutun hat, würde ich aus einem Spiel was auch vermehrt Kinder spielen raus nehmen. -> Werther-Effekt.

    Der Effekt ist zwar umstritten, aber dennoch rückzuführen. Deshalb steht auch selten was von Suiziden, etc. auf Feuerwehrseiten und auch die Presse wurde damals dazu angewiesen möglichst zurückhaltend über Suizide zu berichten.

  • Sowas, welches mit Suizid zutun hat, würde ich aus einem Spiel was auch vermehrt Kinder spielen raus nehmen. -> Werther-Effekt.


    Zitat

    Dem Werther-Effekt steht der Papageno-Effekt gegenüber. Dieser sagt aus, dass eine gewisse Berichterstattung über Suizide die Suizidrate senken kann.

    Der Suizid gehört halt zum Leben dazu ist selbst in Emergency 4 drin (Was 12 Jährige spielen dürfen). Es kommt halt darauf an wie man damit umgeht und wie man es darstellt.


    Hilfsmöglichkeiten (Ist mir einfach wichtig dazu zu sagen)
  • Der Suizid gehört halt zum Leben dazu ist selbst in Emergency 4 drin (Was 12 Jährige spielen dürfen). Es kommt halt darauf an wie man damit umgeht und wie man es darstellt.

    Ich bin echt für vieles offen, aber Suizid in Videospielen geht für mich gar nicht. Klar gehört das Thema zum Leben dazu, trotzdem muss man es nicht verharmlosen oder in ein Spiel einbauen, das auch von Kindern gespielt wird.

    Schon die Einsätze in Emergency 4 sind da für mich an der Grenze. Wenn man sowas unbedingt will, kann man es ja für sich als Rollenspiel machen. Aber extra sowas wie Tabletten oder ähnliches reinzubringen, finde ich extrem drüber. Vielleicht denke ich da auch anders drüber, weil ich selber zwei Leute kenne, die es so versucht haben.

    Gerade in einem Spiel, wo es ums Retten von Leben geht, sollte man sowas nicht mit dem Argument "ist ja in anderen Spielen auch drin" legitimieren. Es reicht schon, wenn eine einzige Person dadurch irgendwie animiert wird, weil sie eh grad in einer schwierigen Lage ist. Dann könnte ich das Spiel auch nicht mehr so spielen wie jetzt — einfach mit dem Gedanken im Kopf, dass das Thema ignoriert wurde, obwohl es genug Hinweise auf den Werther-Effekt und auf Zurückhaltung bei solchen Themen gibt.

    Manche Sachen passen einfach nicht in so ein Spiel. - Und wie gesagt: Wenn du das unbedingt brauchst, dann mach es im RP für dich — aber dieses „ja, in anderen Spielen ist es ja auch so“ ist echt unsinnig. Nur weil es woanders falsch läuft, muss man es hier nicht nachmachen.

  • Ich halte mich normalerweise aus solchen Forendiskussionen raus, möchte aber an dieser Stelle entschieden einschreiten. Das hat nichts mit einer Verteidigungshaltung gegenüber meiner Idee zu tun, da es mir persönlich nicht darum geht irgendwelche Einsätze in diese tolle Mod zu bringen. Ich wollte Ideen teilen, die das Spiel aus meiner Sicht interessanter werden lassen.

    Ich möchte jedoch etwas über die hier entstandende Diskussion zum Werther Effekt sagen. Ich war nicht nur Lange Zeit über selbst im Rettungswesen tätig sondern habe Psychologie studiert, war als Kriseninterventionsberater im KIT Team aktiv und unterrichte Einsatzkräfte an ganz anderer Stelle in den Bereichen Psychohygiene, Resilienz, Coping etc.

    Der Werther-Effekt ist in der Psychologie ein sehr spezifisch definietes Phänomen, dass man nicht einfach nach belieben uminterprätieren darf. Dieser Effekt trat statistisch nachweisbar bei Suizodfällen auf, bei denen eine stark emotionalisierte Berichterstattung stattfand (besonders bei Prominenten). Der Effekt wurde in Bezug auf mediale Identifikation, Romantisierung und ausführliche Darstellung der Methode beobachtet – nicht allgemein auf das Thema Suizid an sich.

    Und genau das ist der springende Punkte.

    Simulationsspiele stellen keine Identifikationsfiguren dar, bedeutet: In Emergency 20 wird kein suizidales Verhalten glorifiziert oder als Lösung präsentiert.Der Spieler übernimmt die Rolle der Retter – Ziel ist Leben zu retten, nicht Suizid auszuführen.

    Das ist im übrigen der Papageno-Effekt, den mein Vorredner hier anspricht, denn der beschreibt die präventive Wirkung, wenn Medien zeigen, wie Menschen Hilfe finden, gerettet werden oder Krisen bewältigen.

    Emergency betreibt auch keine Romantisierung von Suizidversuchen. Spiele wie Emergency 20 schildern Suizidversuche nüchtern, technisch, distanziert. Außer einer Einsatzmeldung ist da nichts. Es gibt keine emotionale Tiefe, keinen Fokus auf Motive oder Lebensgeschichten der Personen und genau das wären zentrale und satistisch signifikante Risikofaktoren für das Auftreten des Werther-Effekt.

    Ich vertrete gegenüber dem hier Gesagten deshalb eine andere Meinung. Aufklärung durch Darstellung statt Tabuisierung.Wenn Suizidversuche immer verschwiegen werden, entsteht das Gefühl: "Das darf man nicht zeigen oder thematisieren" – das stärkt Tabus. Emergency 20 bietet im besten Fall eine sehr niederschwellige Auseinandersetzung mit Hilfesystemen (z. B. Polizei, Notarzt, Psychologe).

    Gerade Feuerwehr- und Rettungssimulationen, beanspruchen oft realistische Einsatzszenarien. Suizidversuche gehören im echten Rettungsdienst zur traurigen Realität – ihre Ausblendung wäre verharmlosend und unauthentisch.

    Dass Kinder sich durch solche Einsätze in Videospielen auch nur Ansatzweise häufiger suizidieren, dafür gibt es keinerlei Belege. Kinder in gefährdeten Lagen benötigen strukturelle und emotionale Hilfe, nicht Inhaltszensur von abstrakten, distanzierten Simulationen. Es ist schlichtweg falsch zu behaupten, dass man Suizide oder Suizidversuche nicht darstellen darf, denn entscheidend ist wie Suizid dargestellt wird, nicht ob. Präventiv wirksame Darstellungen sind sogar explizit erwünsch (vergleiche die WHO Richtlinien für Medien).

    Wenn man solche Suizideinsätze als gefährlich für spielende Kinder einstuft, dann sollte man zuvor darüber Nachdenken ob Polizisten in Emergency auf Hunde schießen sollten, denn auch hier könnte der das arme Kind noch Albträume von bekommen, dass Fiffi morgen von der Polizei erschossen wird. Mir würden noch viele weitere Beispiele einfallen, aber das würde zu weit führen.

    Also um das nochmal ganz deutlich zu sagen: Suizidbezogene Einsatzszenarien mit Verweis auf den Werther-Effekt prinzipiell abzulehnen ist wissenschaftlich nur dann haltbar, wenn die Darstellung der Szenarien romantisierend, identifikationsfördernd oder methodisch konkret ist. Doch keine dieser Faktoren ist in Emergency erfüllt. Im Gegenteil. Eine realistische, nüchterne Darstellung kann zur Enttabuisierung beitragen und vermittelt potenziell lebensrettende Abläufe.

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